Hiphip Hu-Prag!

28.10.2015

Freunde der fusselnden Wollmäntel,

keine Ahnung ob ihr das kennt, aber es gibt Städte, bei denen ein einziger Besuch nicht ausreicht und an die man immer wieder zurückdenken muss. So ergeht es mir vor allem bei meiner liebsten, allerliebsten europäischen Stadt Barcelona. Aber auch in eine weiter östliche Richtung habe ich mein Herz an eine wunderschöne Stadt verloren: Prag!



Ich finde Prag ist eine dieser unterschätzten Städte (ebenso wie meine dritte Liebe Brüssel), man würde sie nicht als das Wunschurlaubsziel sehen (gut, im Januar sollte man dies auch definitiv nicht tun, außer ihr seid ein Fan von eisiger Kälte, die einem Tage lang in den Knochen steckt - diese Erfahrung musste ich vor zwei Monaten schmerzlicherweise machen), aber wenn es einen erstmal dort hin verschlagen hat, kann man nicht anders, als sich hemmungslos zu verlieben.

Der erste Eindruck ist sicherlich sowas wie "wow, wunderschöne Stadt, aber zu viele Asiaten mit Selfie-Sticks und zu viele überteuerte Touristenattraktionen" (nichts gegen Asiaten, aber das stimmt auf jeden Fall. Ich war nahezu schockiert darüber, wie unfassbar kommerziell und Tourismus-getrieben das ehemalige Judenviertel geworden ist. Ich meine, wie geldgierig kann man sein, dass man für einen Friedhof (!) Unmengen von Eintrittsgeld verlangt..). Wagt man es jedoch, sich von den Touristenmeilen zu distanzieren, nette Einwohner nach einheimischen Kneipen und Restaurants zu fragen und ein paar Schritte weiter zu laufen, hat man die Stadt fast für sich alleine und findet unzählige Bars, Cafés, Vintage Shops und das ein oder andere vegetarische Restaurant. Auch wer Angst hat zwischen Gulasch und Knödeln zu versinken, der irrt sich, die tschechische Küche ist insgesamt doch sehr vielfältig und auch für fleischlose ist einiges dabei (wovon ich aber abrate, ist der traditionelle, marinierte Käse, es sei denn ihr steht total auf eine dreitägige Knoblauchfahne oder ihr habt einen harten Konflikt mit Dracula gehabt).

Trotz Touristen lohnt es sich auch einmal über die Karlsbrücke und zur Burg zu wandern (hier ist wandern wirklich angesagt, wer keine Kondition hat muss auf dem Weg zur Burg die ein oder andere Pause einlegen). Ich war jetzt drei Mal in Prag und jedes Mal bin ich überwältigt und nicht gelangweilt vom Ausblick. 
Für die Discodetlefs unter euch gibt es noch einen besonders abgefahrenen Ort: das Karlovy Lazne. Was sich selbst als "größter Club Zentraleuropas" betitelt, ist so absurd und kitschig, dass man auf jeden Fall drin gewesen sein muss. Seid euch bewusst, dass ihr den Altersdurchschnitt um ein vielfaches heben werdet, aber in dem Fall heißt es Augen zu und durch. Okay, Augen zu wären eher unpraktisch, denn auf fünf Stockwerken gibt es einiges zu sehen und auszulachen. Jede Ebene hat ein eigenes Thema, das bis zum erbrechen durchgezogen wird. Da steht dann halt mal eine Lebensgroße Marilyn Monroe in einem Brunnen und wird von unten mit Luft angepustet, Jippie. Man braucht vielleicht das ein oder andere Glas Bier um diesen Overload an schlechtem Geschmack zu ertragen, aber dann kann getrost bis zum nächsten Morgen das Tanzbein geschwungen und sich totgelacht werden, yes sir!

Nun denn, es grüßt der Nichtschwimmerkapitän!

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