Lissabon - die Discodetlefs im Mojitomärchen

13.08.2013

Meine Söhne, Kinder der Sonne,       
                                                                              
weiter geht es mit meinem zweiten Teil, der ein wenig spannender ist als der ganze Tourikram (Jetzt mal ehrlich, Urlaube sind zum tanzen da!)...
Das Nachtleben!
Nachts ist eh kälter als draußen und deshalb fand ich Lissabon im Dunkeln um einiges schöner! Alles ist total romantisch beleuchtet (mal kurz die Rosamunde Pilcher rausgehangen). Aufpassen muss man nur vor den Muglern (O-Ton in meinem Reiseführer, wir haben lange gerätselt was das sein soll und sind zu dem Entschluss gekommen dass es egal ist, wir haben keine Mugler gesehen) und den ganzen Straßenverkäufern, die einem sexy Roy Bann und Golce und Dabbana Brillen andrehen wollen (R. hat im Rausch leider einige Exemplare erstanden, wir sind wohl doch die Supertouris..). Außerdem wollte einer B. verklickern dass er, wenn er einen Holzarmreif kauft, heute Nacht noch bongobongo macht, wissterbescheid.
Zur Einstimmung ist auf jeden Fall der wunderschöne Platz an der Metrostation Martim Moniz zu empfehlen (der war außerdem direkt vor unserer Haustür, Strike!). Es wimmelt da nur von Hipstern, Surferboys, Hunden, Dealern, Essen, Seltsamer Kunst und unglaublichen Cocktails. Wir haben uns direkt heimisch gefühlt. Außerdem gibt es an die 30 Stände, die alles mögliche an Essen und trinken verkaufen. Unser Liebling war "El Cartel" nicht zuletzt wegen dem fabelhaften Barkeeper Riccardo von dem man nie wusste ob er betrunken/bekifft/müde war, oder einfach der lustigste Mensch der Welt. Jedenfalls macht er sauleckeres (frisches!) Essen und Trinken und ist niemals abgeneigt selbst mit einem anzustoßen (bei einer 12 Stunden Schicht also kein Wunder dass er irgendwann anfängt seine Bestellungen zu rappen und dazu mit Kochlöffeln Schlagzeug zu spielen).                                                                                     
Wenn man sich was geholt hat kann man dann lässig unter aufgehängten Fahrrädern oder auf improvisierten Europalettenbetten flanieren und dem hochkarätigen DJ-Aufgebot lauschen (Beispiele hierfür: Lady Fiffifaffi, DJ Skinny Priest, DJ Sacred Badboy, DJ Cool Chicken, DJ Bert Banana, Stoned Dounut, Pop Paparazzi...ihr seht, die Creme de la Creme gibt sich hier dir Klinke in die Hand!). Aber im Ernst, glaubt mir Kinder, ihr habt noch nie so einen leckeren Mojito getrunken wie ich dort! Ich kann mir in Deutschland nie wieder einen bestellen ohne wehmütig an den besten Mojito der Welt zu denken, also lass ich es bleiben (allerdings tüfteln wir schon an der Rezeptur, ich werde berichten wenn wir herausgefunden haben wie er gemacht wird!)
Nach den besten Cocktails der Welt muss man unbedingt ins Bairro Alto um..noch mehr Cocktails zu trinken (dümdüdümm) und Livemusik zu hören. Freunde der indianischen Walgesänge, es ist so gut! In jeder Bar tritt ein noch besserer Sänger oder Beatboxer auf, man kann sich gar nicht entscheiden wo man bleiben soll. Außerdem wimmelt es hier nur so von unglaublich netten Schwulen, die immer für ein Tänzchen (hier geht ein Hallo an David aus New York, mit dem ich mich den halben Abend in Ausdruckstanz geübt habe! Ich werde den lebenden Basketballkorb an meine Enkelkinder weitergeben) oder eine Runde Männerschau zu begeistern sind. Mein Kumpel R. konnte sich vor Angeboten kaum retten, In Lissabon steht man wohl auf Blondies (harrrr..). 
Ach und der wichtigste Tipp: Geht ja nicht in die Bars in die gerade eine Gruppe Pub-Crawlers gestürmt ist (erkennbar an einem hohen Alkoholpegel, siehe Bild, und lächerlichen Outfits, außerdem gibt es immer einen Anführer mit rotem Schild in der Hand der so lustige Sachen wie "drink as much as you can and fuck 'till you die!" schreit, begleitet von einer gröhlenden Menge), ihr werdet es bereuen wenn ihr keine eigenen Bodyguards zur Hand habt.
Dank meiner Freundin der Blasenentzündung bin ich, wenn die Bars um 2 Uhr dicht gemacht haben, immer brav nach Hause gelaufen (geht super so allein als Mädchen!). Aber die Jungs waren noch ein paar mal munter unterwegs und sind in diversen Clubs umhergeturnt. War wohl immer ziemlich lustig. Immerhin besaßen wir danach immer tolle Souvenirs wie einen pinken Strohhut mit seltsamen milchigen Flecken, ein Feuerzeug mit aufgedruckten Dollarscheinen, Einen bettlägerigen B. mit genähtem Kinn, nasse Klamotten von R. der meinte in einem Brunnen schwimmen zu müssen, diverse Sonnenbrillen, einen Pfannenwender, eine Socke mit aufgemalten Augen (Jungs, ganz ehrlich...?), eine Wasserpistole mehr, drei Shotgläser und einen Jutebeutel mit einem aufgemalten Hahn. Juhu. Man sollte allerdings auf elektronische Musik stehen, sonst wird man schwer glücklich.
Was mich betrifft, ich verbrachte meine Nächte mit Kakerlaken fangen (naja zumindest fast), meinen Nachbarn beim vögeln zuhören, den Kühlschrank leeressen und auf Smsen von R. warten, die den Alkoholpegel der beiden bekundeten. Ich hatte durchaus Spaß Kinder!

1) Nehmt auf jeden Fall genügend Aspirin mit, die Cocktails sind ziemlich übel.
2) Trinkgeld kennen die in den Bars nicht, könnt ihr also sparen.
3) Schals in Bars sind durchaus angebracht, die Klimaanlage bringt euch um!
4) In Lissabon gibt es Nachts kaum etwas zu Essen. Also nichts mit Dönerfrühstück, ich bin fast verhungert beim heimlaufen.
5) Man sollte keinen süß aussehenden Opis zulächeln wenn man als Mädchen alleine heim läuft, weil sie sich als Psycho herausstellen könnten und einem dann bis zur Haustür folgen.
6) High Heels sind nach wie vor fehl am Platz.
7) Wenn man mit einem großen Fotoapparat rumläuft wird man automatisch als Partyfotograf erkürt, weshalb wir nun sehr viele Bilder von fremden, posierenden Menschen besitzen. 

Das wars auch schon wieder,
auf den Weltfrieden!


Kommentare:

  1. klingt auf jeden Fall nach spaß :)

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  2. Die Bilder sind klasse!
    Das Nachtleben sagt meiner Meinung nach sehr viel über eine Stadt und deren Kultur aus.

    LG
    Ela
    http://justalittlegirlfotografie.blogspot.com/

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