Ein Interrail-Ticket und zwei Mädchen - Away we go

29.03.2013

Freunde der Elektrozigaretten,

ich habe endlich geschlafen und fühle mich wie neugeboren. Und um diese Neugeburt zu feiern mache ich jetzt 4 Tage Urlaub im tiefsten Schwarzwald und werde nichts tun, außer den ganzen Tag zwischen Pool, Sauna und Bett zu pendeln, juhu.

Damit euch nicht zu langweilig wird, hier noch schnell Teil III unseres Interrailtrips:

Nach einer unschlafbaren Nacht in Mailand (lang leben die 20 Bett Zimmer mit schreienden, schnarchenden und stinkenden Mädchen), kriegten wir es endlich hin einen Zug nach Frankreich zu bekommen. Zusammen mit einer 40 köpfigen Pfadfindergruppe (ich hab nicht gezählt, aber die Beine um mich rum addiert und durch zwei geteilt, Logik here I come), die 5 Stunden am Stück lustige Lieder (nicht) sangen und Parolen schrien, standen wir im Zug. Ja standen, wir waren nämlich viel zu geizig Sitzplätze zu reservieren und natürlich waren wir auch zu faul um nach unreservierten Plätzen zu schauen, also merkten wir erst eine halbe Stunde vor der Ankunft in Nizza dass das Abteil neben uns komplett leer war. Naja, was solls.

In Nizza hatten wir wieder einen supidupi günstigen Campingplatz am Arsch der Welt gefunden. Ohne Mist, wir dachten wir kommen nie an. Der Bus von der Stadt zum Campingplatz fuhr nur zweimal am Tag und so mussten wir die 5 Kilometer bergauf laufen, was ein Spaß (ach, erwähnte ich schon dass wir ständig umfielen? ich glaube schon). Nachdem wir das Zelt aufgebaut hatten, bekam ich den Hunger meines Lebens. Echt, es war 19 Uhr und ich wusste, dass ich die Nacht ohne Essen nicht überleben würde. Aber findet mal einen Supermarkt oder ähnliches, wenn ihr auf einem Berg, umgeben von Kühen und Schafen und ohne Handyempfang seid. Es war unmöglich. Also wanderten wir die 5 Kilometer wieder runter um festzustellen, dass Nizza nach 20 Uhr ausgestorben ist. Zumindest im Mai. Im Ernst jetzt, niemand war unterwegs, alle Restaurants hatten zu, es gab nichtmal einen McDonalds. Ich wusste, ich würde kläglich verhungern müssen wenn ich nichts zu Essen bekam.

Doch dann kam unsere Rettung: Luc. Luc war ein unheimlich gut aussehender junger Mann, der zufällig Kellner war. Er schleuste uns also durch irgendeinen Hintereingang und durch 10 Kellerflure in eine Küche (Na klar, er hätte uns auch voll böse kidnappen können, aber ob ich jetzt vor Hunger sterben oder lieber geklaut wurde, war mir in dem Moment sowas von egal). Wir aßen die leckerste Pizza unseres Lebens. Eigentlich war sie echt schlecht, Franzosen sollten einfach keine Pizza machen, aber in dem Moment, isch schwörs euch, hörte ich aus der Ferne Engelsgesang.

Luc war auch noch so nett uns zum Zeltplatz zu fahren, so ein toller Kerl (wenn du das liest: ja, ich will!). Leider mussten wir feststellen, dass unser Zelt zusammengekracht war. Doch weil wir viel zu müde waren, beschlossen wir auf dem Klo zu schlafen.

Am nächsten Tag beschlossen wir eine weitere Heldentat zu unternehmen: Wäsche waschen. Unsere Klamotten hatten schon länger keine Waschmittelbekanntschaft mehr gemacht und der Campingplatz hatte zum Glück eine Waschmaschine. Düdüdümm, dumm nur, dass wir erst merkten dass wir keine Wäscheleine (geschweige denn Wäscheklammern) hatten, als die Wäsche fertig war. Wir kamen also auf die unglaublich grandiose Idee Müllsäcke auszubreiten und unsere Wäsche drauf zu legen damit sie in der Sonne trocknen konnte.
So der Plan.
Tja Kinder, was soll ich euch sagen, wir sahen aus wie Penner. Unser Kaputtes Zelt, davor wir mit unserem riesigen Campingkocher und davor 15 ausgebreitete Müllsäcke auf denen wir unsere Unterwäsche, Socken und Klamotten zur Schau stellten. Die Menschen die an uns vorbeiliefen blieben alle erstmal 5 Minuten stehen um uns auszulachen.
Das tollste war, dass es auf dem Berg total windete. Also waren wir den ganzen Tag damit beschäftigt diversen Höschen, Bhs und Socken über den halben Campingplatz zu jagen. Kinder, was soll ich sagen, wir haben uns halb totgelacht über unsere dämliche Situation. Und von da an waren wir natürlich das Gespött der anderen Gäste. Die hatten teilweise so ein Mitleid mit uns Möchtegern Campern, dass sie immer wenn sie bei uns vorbeikamen, immer was mitbrachten was sie uns schenken wollte. Und so wurden wir glückliche Besitzer diverser Wäscheleinen, Wäscheklammern, Hackisacks, Kartenspielen, Zeltheringen, Töpfen und Tellern.
Wir waren sehr glücklich in Nizza.

So, das Auto und der Schwarzwald rufen so laut dass ich sie nichtmehr ignorieren kann. Schöne Ostern!

Kommentare:

  1. Wow cool! Ich möchte mit meinem Freund nächstes Jahr Interrail machen, ich hoffe seine Nerven sind stark genug dafür :)
    Lieben Gruß und gute Erholung
    Wanda

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  2. Ohhh ich wollte auch unbedingt mit meinem Freund zusammen Interail machen, jedoch komme ich dieses Jahr gar nicht dazu :-( Mir gefällt es wie du schreibst & ich bin froh jemanden gefunden zu haben, der davon berichtet! :-) Deswegen followe ich dir direkt mal <3
    XOXO LEO ;***

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